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Leistenbruch-Forum.de

Meine Erfahrung Leistenbruch-OP TEPP-Verfahren
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18.10.17 18:38
marc_knurr 
Re: Meine Erfahrung Leistenbruch-OP TEPP-Verfahren

Huhu ihr beiden,

Danke für eure Antworten

Ich finde es wichtig, dass es nicht nur die Horror-Geschichten in Foren gibt, sondern auch positive Erfahrungen, damit "neue Leidensgenossen" nicht in Panik verfallen. Aber ich verstehe es total, dass sich die Mehrheit in Foren findet, bei denen eine Operation - egal in welcher Körperregion - nicht so geklappt hat wie es sein sollte und ich muss sagen, dass mir kurz vor der Narkose echt nicht gut war aus Angst, dass was schief gehen könnte.

Heute ist Tag 5 und ich muss sagen, dass ich mich fast wieder normal fühle. Ich war heute schon lange unterwegs in der Stadt und habe Besorgungen erledigt, wohne im 5. Stock ohne Fahrstuhl und das klappt auch wunderbar und Auto gefahren bin ich notgedrungen auch noch - was total machbar war. Das einzige was manchmal zwickt sind die Narben, besonders die kleine am Hosenbund, aber ich bin mir sicher, dass das auch vergehen wird sobald die Narbe geheilt ist.

Bisher merke ich vom Netz nichts, im Gegenteil, die blöde Beule/der blöde Bruchsack ist verschwunden. Nach ca. 30 Minuten spazieren gehen merke ich ganz bisschen die Leiste, dann man ich 5 Minuten Pause und dann geht es wieder. Angeschwollen ist bei mir fast gar nichts, lediglich der linke Hoden (auf der Seite des Bruches) ist minimal angeschwollen. Ich gebe den Tipp - kauft euch normale Unterhosen bei H&M mit Gummizug. Seit Montag 'lagere' ich mein Gehängsel + Anhang sicher in einer normalen Unterhose und nicht mehr in einer Boxershorts - viel angenehmer. Die Nerven sind nun mal gereizt, da hilft nichts besser als die Nerven zu schonen. Schmerzen habe ich quasi keine, manchmal beim schnellen Hinsetzen ziepts kurz.

Zusätzlich habe ich meinen OP-Bericht aus dem Krankenhaus abgeholt, ich wollte 100% sicher sein, dass die auch ordentliche Arbeit geleistet haben und auch das gemacht wurde, was mir gesagt wurde. Daher bin ich nach wie vor von meiner Klinik begeistert, es gibt ja schlimme Geschichten im Internet..

Das einzige was ich heute früh um 6 hatte und mir ab dann den Schlaf geraubt hat ist ein kleines, warmes Zwicken/ziehen - allerdings merkwürdigerweise auf der rechten Leistenseite, die etwas ins Bein strahlt. Ich hatte dies, soweit ich es deuten kann, aber schon desöfteren früher (kennt ihr das, wenn man was so verdrängt, dass man es vergisst?) und ich bin mir sehr sicher, dass dies von meinen Rückenschmerzen kommt. Ich hatte vor 4,5 Wochen schon eine OP und bin seit dem zu Hause, deshalb nehme ich mir deinen Rat zu Herzen Alex und gehe viel spazieren und bewege mich. Ich glaube, meinem Rücken geht es schon etwas besser nach dem ganzen Gelatsche heute. Ich versuche nun positive Gedanken zu fassen und ruhig zu bleiben, damit ich nicht wieder verzweifel falls es die kommende Nacht wieder auftritt. Am Tag habe ich quasi keine Beschwerden mehr.

Wir erkundigen uns alle sicherlich über die verschiedenen Methoden und was einen am meisten anspricht, schaut man sich am intensivsten an. Mir war wichtig, keine große Narbe zu haben, da mit der offenen Methode die Wahrscheinlichkeit einfach steigt dass Nerven eingenäht werden. Mit der TEPP Methode bleibt das Bauchfell ganz, d.h. da wird nichts durchschnitten und die Chance, dass man da was aus Versehen einnäht ist gleich null. Ich habe und hatte zu keiner Zeit Taubheitsgefühle oder Schmerzen, die ich mir nicht erklären könnte. Laut Op-Bericht wurde mein Bruchsack wieder in die richtige Stellung gebracht (war ein lateraler Bruch, kein direkter) und dann alles mit dem Netz fixiert. Geschockt hat mich etwas, dass ausdrücklich "große laterale Hernie" drin steht, und keine kleine, wie der blöde Urologe erzählt hat. Das Bio-Netz finde ich sehr interessant, allerdings schließe ich mich der Meinung an, dass ich eher auf die Erfahrungen der Ärzte vertraue und das Bio-Netz noch nicht genügend verwendet wurde. Umso mehr freue ich mich für Dich, dass alles hält und die Beschwerdefrei bist. Natürlich wäre mir natürliches Gewebe im Körper lieber als künstliches, allerdings habe ich echt keine Lust auf ein Rezidiv und bin - bisher - mit dem normalem Netz zufrieden. *drei mal auf den Holztisch klopf* Bisschen lachen musste ich bei deiner Kuh-Burger-Geschichte. :D

Habt ihr bei eurer Klinik auch an der Statistik teilgenommen, dass die Op-Berichte in eine Statistik einfließen, und in bestimmten Abständen ein Fragebogen kommt?
Ich habe noch von meiner Oberärztin gehört, dass sogar 1-2 maliges leichtes Ziepen schon als chronischer Schmerz in diese Statistik einfließt - wenn man mal bedenkt, dass wir mit Netzen im Körper rum rennen finde ich den Gedanken an kleines ziepen bei großer Belastung mehr als tragbar. Das heißt für mich, dass nicht alle mit chronischen Schmerzen sich im Bett einkringeln, und alle die dies leider tun, wünsche ich wirklich vom Herzen gute Besserung. Ich 'bete' (wie man das immer so macht, wenn man was stark hofft..) jeden Abend vor dem Schlafen gehen, dass keine Schmerzen auftreten und alles gut verheilt.

LG

19.10.17 20:18
marc_knurr 
Re: Meine Erfahrung Leistenbruch-OP TEPP-Verfahren

Guten Abend,

Postoperativer Tag 6.
Anscheinend war ich gestern zu übermütig mit meinem Bewegen. Nun hat sich auf der Seite des operierten Leistenbruches im Hoden ein Hämatom gebildet, und es ist leicht angeschwollen und sticht etwas. Weil ich leider andauernd unter Kopfkino leide und sofort das schlimmste Befürchte, bin ich eben in die Klinik und hab drauf schauen lassen. Die anwesende Chirurgin war super nett und hat sich umgehend Zeit für mich genommen. Auch 6 Tage nach der OP ist das Gewebe noch am heilen, und Blut kann in den Hoden laufen und dort Hämatome verursachen. Ich soll mich wieder mehr ausruhen und kühlen, kühlen, kühlen. Ich leide nun nicht unter Schmerzen, es ist eher ein unangenehmes Ziehen was bis zur Leiste geht wenn ich z.B. nach dem liegen und kühlen aufstehe. Sie meinte, das ist ganz typisch für eine Leistenbruch OP. Sie hat auch meine 3 kleinen Narben untersucht, die komplett unauffällig sind und gut am heilen sind.

Anscheinend hat mein Körper die OP doch nicht so super verkraftet wie ich angenommen hatte, auch wenn ich äußerlich keine Anzeichen habe, ist der Körper innerlich stärker verwundet. Ich muss echt zugeben, dass das ein harter Rückschlag für mich ist, da ich gehofft hatte Montag endlich wieder arbeiten zu können, da ich schon seit 5 Wochen zuhause bin. Langsam geht das Ganze echt an meine Psyche. Nun bleibt mir nichts anderes übrig, den Anweisungen der Ärztin zu folgen, mich weiter auszuruhen und hoffen, dass die Schmerzen nicht schlimmer werden.

Lg

19.10.17 21:09
alex 
Re: Meine Erfahrung Leistenbruch-OP TEPP-Verfahren

hi marc,

das tut mir ja leid.
aber wenn es laut chirurgin nichts schlimes ist, ist das ja die hauptsache.
wie sehr hast du es denn übertrieben?
oder schon sport gemacht anstatt nur spazieren?

viele grüße
alex

20.10.17 15:35
marc_knurr 
Re: Meine Erfahrung Leistenbruch-OP TEPP-Verfahren

Hi Alex,

Danke dir!

Heute Tag 7. Schmerzen vom Hoden sind fast weg, hab viel gekühlt und mich ausgeruht. Nacht war so lala, bin andauernd aufgewacht, aber eher weil ich mir soviel Sorgen mach als vor Schmerzen. Ich bin ein Kopfmensch, der sich sofort Gedanken und Sorgen macht und bin von mir selbst schon genervt. Hab auch das nachgegoogle sein gelassen heute, ich vertraue nun mal der Ärztin. Schwellung ist auch zurück gegangen, der 'Blaue Fleck'/Hämatom ist dunkler geworden aber das ist ja normal. Ich hatte letztes Jahr 6 Monate ein blaues Auge, ich weiß wie lang mein Körper braucht das abzubauen.
Bin vorgestern so 2 Stunden spazieren gewesen, hab mich allgemein viel bewegt. Kein Sport direkt.

Also, heute wieder etwas besser, Leiste ziept geringfügig. Man darf nicht vergessen, das Netz braucht 2 Wochen um einigermaßen einzuwachsen.
Das Ganze hier verlangt echt meine ganze Geduld...

Liebe Grüße

Zuletzt bearbeitet am 20.10.17 15:36

21.10.17 17:50
marc_knurr 
Re: Meine Erfahrung Leistenbruch-OP TEPP-Verfahren

Guten Abend,

Um meinen Monolog weiter zu führen... Tag 8 fast durch!

Man soll ja auf seinen Körper hören, das habe ich getan und mich geschont. Das hat sich ausgezahlt, ich bin so gut wie schmerzfrei, konnte 8.5 Stunden durchschlafen. Ich war heute ne Stunde einkaufen, das ging einwandfrei.
Natürlich arbeitet der Körper noch, und ich ungeduldiger Mensch geht das alles viel zu langsam. Ab und zu zieht´s in die Leiste, ich merke da tut sich was - was gut ist. Meine Kronjuwelen erholen sich so langsam, farbenfroh zwar, aber Schmerzen gehen auch immer weiter zurück. Ich habe mir auf Rat Arnica Salbe geholt für Hämatome und Schwellungen, diese muss man vorher auf einer Hautstelle testen falls man allergisch reagiert. Die Salbe ist pflanzlich aber wirkt super, nur manche sind darauf allergisch. Diese kann man ohne Bedenken in unseren sensibleren Regionen anwenden und ich glaub sie unterstützt den Heilungsprozess sehr gut.

Morgen werde ich einen kleinen Spaziergang unternehmen und mich mal mit dem Laptop paar Stunden an den Schreibtisch setzen, ab Montag geht es zur Arbeit ins Büro. Irgendwann muss das normale Leben ja weiter gehen.

Schönen Samstag Abend allerseits.

Zuletzt bearbeitet am 21.10.17 17:53

21.10.17 23:29
Prince_Van 
Re: Meine Erfahrung Leistenbruch-OP TEPP-Verfahren

Marc, lass mal ruhiger angehen.
Das Geheimnis ist nicht "voll drauf, bis es schmerzt oder irgendwas ist", sondern langsam anfangen und aufhören, BEVOR irgendwas ist.
Geh 15 Minuten spazieren, mach Pause, setz dich ne Stunde an den Laptop, mach Pause usw.; Gib deinem Körper immer wieder Zeit, sich zu erholen.

Deine OP ist ERST 8 Tage her. Du hast keine Garantie, dass jetzt schon alles gut belastbar ist. Dazu kommt, dass bei dir das Netz nicht explizit befestigt wurde; Das wird zwar durch den Druck schon gut in Position gehalten, aber wenn du's übertreibst, kann sich das trotzdem bewegen - es gibt Fälle, bei denen das Netz "gewandert" ist oder sich zerknüllt hat. Und das Problem ist dann, dass es so heftig in deinen Körper eingewachsen sein wird, dass es nur mit extremem Aufwand wieder raus genommen werden kann. Außerdem kann's dann natürlich schnell mal dauerhaft einen Nerv penetrieren.

Ich will hier keinen Teufel an die Wand malen, ich mein's einfach nur gut mit dir. Lass dir Zeit. Beweg dich gerne, aber überforder deinen Körper nicht, bleib auf der sicheren Seite.

22.10.17 19:30
marc_knurr 
Re: Meine Erfahrung Leistenbruch-OP TEPP-Verfahren

Huhu David,

Danke für deine Antwort :-)

Bisher klappt alles super. Hoffe das bleibt so wenn ich ab morgen wieder arbeite. Ist ja zum Glück nur Büro. Schmerzen habe ich keine mehr, nur bisschen Druckgefühl wenn ich unbequem stehe oder länger gehe, alles im Rahmen. Dienstag noch die Fäden ziehen lassen und dann hoffe ich, dass die Mini-Narben auch fix abheilen. Die fangen nämlich an zu jucken und nerven :D

Guten Wochenstart morgen!

26.10.17 20:16
marc_knurr 
Re: Meine Erfahrung Leistenbruch-OP TEPP-Verfahren

Hi,

so, knapp 2 Wochen geschafft - 13 Tage nach der OP und mir geht´s gut.

Ab und zu ziept´s noch vom Hoden in die Leiste, aber beim Fädenziehen vor 3 Tagen hat sich die Hausärztin die Narben und meine Weichteile genauer angeschaut. Alles sieht absolut normal aus sagt sie, der blaue Fleck geht nun weg, die Schwellung ist fast raus. Die 3 kleinen Narben heilen auch erwartungsgemäß. Iboprofen habe ich Montag und Dienstag morgens und mittags genommen, da ich nun wieder arbeite. Man darf nicht vergessen, dass die Mini-Narben nicht aussagen was im Körper gemacht wurde, da wurd schon viel hin- und her gezogen und gerichtet und heilen braucht seine Zeit.

Da ich zu 95% wieder gesund bin, wird dies mein letzter Beitrag sein. Die letzten kleinen Wehwehchen werden sicherlich in naher Zukunft vergessen sein.
Ich hoffe, ich konnte mit diesem Post ein paar Herren der Schöpfung beruhigen. Heutzutage ist ein Leistenbruch kein großer Eingriff mehr und muss nicht mit permanentem Schmerz verbunden sein. Ich bin mit der TEPP-Methode super gefahren, es gibt kein Risiko den Darm oder Nerven zu beschädigen und irgendwelche Klammern werden auch nicht eingesetzt. Dennoch ist eine OP und ich bin einfach ein super ungeduldiger Mensch, das hat mir wirklich eine Lektion erteilt, geduldiger mit mir selbst und meinem Körper zu sein.

An die Leidensgefährten alles Gute und eine schnelle Genesung.

26.10.17 23:14
alex 
Re: Meine Erfahrung Leistenbruch-OP TEPP-Verfahren

hi,

das freut mich zu hören. verläuft ja dann alles sehr gut!
ich hoffe dennoch, du bleibst gelegentlich aktiv hier im forum, wäre schön, wenn auch personen mit positiver erfahrung hier etwas aktiver vertreten wären.

viele grüße
alex

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